Wer nach Granada reist, kommt wahrscheinlich, um die Alhambra zu sehen, oder die alten Stadtteile Albaicín und Sacromonte, die arabischen Geschäfte und Cafés, die Kathedrale und andere Sehenswürdigkeiten. Vielleicht auch, um den Blick von den Hügeln und den frischen Wind von den schneebedeckten Bergen zu genießen.
Vermutlich kommt aber kaum jemand in erster Linie wegen der schwulen Szene nach Granada, die natürlich nicht mit der in Madrid oder Barcelona verglichen werden kann. Dennoch gibt es auch in Granada eine lebendige schwule Szene. Granada ist eine Universitätsstadt mit vielen jungen, aufgeschlossenen Studenten. Und die großen Fortschritte in Spanien in der öffentlichen Meinung gegenüber Schwulen in den letzten fünfzehn Jahren machen sich in einer Provinzmetropole wie Granada besonders bemerkbar. Neben einigen schwulen Bars gibt es daher auch zahlreiche sehr gemischte, schwulen-freundliche Clubs, Restaurants und Tapas-Bars.
Der bekannteste schwule Sohn der Stadt soll auch nicht unerwähnt bleiben: der Schriftsteller
Federico García Lorca,
der schon in den ersten Tagen des Spanischen Bürgerkriegs 1936 von den Nationalisten
ermordet worden war.
Sein Sommerhaus in der Calle Virgen Blanca im Parque Federico García Lorca
ist heute ein
Museum
und kann täglich außer montags besichtigt werden.