Auch wenn Sevilla vor allem für seine alten Sehenswürdigkeiten, seine Tapas-Bars und die Prozessionen während der Karwoche bekannt ist, muss sich auch die schwule Szene der Stadt nicht verstecken. Nach Madrid, Barcelona und Valencia ist es immerhin die viertgrößte Szene Spaniens, wenn auch mit großem Abstand zu den Metropolen Madrid und Barcelona.
Sevilla liegt in der wärmsten Region Spaniens mit sehr kurzen und milden Wintern, extrem heißen Sommern und einem langen und angenehmen Frühling und Herbst. Juli und August sind denkbar schlechte Reisemonate für Sevilla: In der Hitze des Tages die Stadt zu erkunden, ist eine einzige Qual, und wer am frühen Nachmittag auf Besichtigungstour ist, wird von den Einheimischen nur bemitleidet und als Tourist belächelt. Auch das Nachtleben ist in diesen Monaten eher lahm als heißblütig, vor allem im August, wenn ein großer Teil der Spanier selbst Urlaub hat und der Stadt entflieht.
Wegen der vielen warmen Monate spielt sich das Ausgehen in Sevilla mitunter mehr vor als in den Bars ab. Bestes Beispiel dafür ist die Gegend um den Park an der Alameda de Hércules, die auch bei Schwulen sehr beliebt ist, um sich mit Freunden draußen auf ein Bier zu treffen. Hier reiht sich eine Bar an die andere, und die Atmosphäre ist so unkompliziert und das Publikum so vermischt, dass oft kaum noch zu erkennen ist, welche Bar nun schwulenfreundlich oder heterofreundlich ist.
Der Trubel an der Alameda de Hércules spielt sich meist in Gruppen von Freunden ab. Wer alleine reist oder mehr auf Action aus ist, wird wahrscheinlich nach einiger Zeit weiterziehen wollen, zum Beispiel in die nahegelegenen Cruising-Bars und -Clubs in der Calle Trajano und Calle Amor de Dios.