Bilbao Gay Guide & Map 2020/2021

Events & Termine in Bilbao

|  8. – 10. Juli 2021
Bilbao BBK Live 2021: großes jährliches Rock- und Pop-Musik-Festival und eines der besten seiner Art in Spanien. Zu den bisher angekündigten Bands gehören unter anderem die Pet Shop Boys.
@ Kobeta Mendi (Monte Cobetas)
|  21. – 29. August 2021
Aste Nagusia 2021: die Große Woche von Bilbao mit neun Tagen Straßenfesten, Theateraufführungen, Konzerten, Feuerwerken, Wettbewerben und vielen weiteren Aktivitäten in der Altstadt (Casco Viejo) und anderen Vierteln der Stadt.

Queer durch Bilbao

Bilbao (baskisch auch Bilbo genannt) liegt im äußersten Norden Spaniens und ist mit fast einer Million Einwohnern (einschließlich der Vororte) der fünftgrößte Ballungsraum Spaniens (nach Madrid, Barcelona, Valencia und Sevilla).

Bilbao ist zugleich die größte und wichtigste Stadt im autonomen Baskenland.
Nicht zuletzt wegen der Unterdrückung der baskischen Kultur, Sprache und Gesetze während der rechten Franco-Diktatur legen viele Basken heute großen Wert auf ihre Eigenständigkeit. Vor allem im Umland von Bilbao sprechen viele Einwohner explizit Baskisch, eine Sprache, die mit dem Spanischen oder anderen romanischen Sprachen keinerlei Ähnlichkeit besitzt. In Bilbao selbst wird aber auch viel Spanisch gesprochen, und Straßennamen erscheinen auf Karten und im Straßenbild mal baskisch und mal spanisch. (Auf unserer Website verwenden wir die baskischen Straßennamen, mit der spanischen Version in Klammern dahinter.)

Jahrhundertelang haben Eisen und das nahe Meer die Entwicklung Bilbaos und des Baskenlands geprägt. Das Eisen, das hier schon von den Römern abgebaut wurde, war die Grundlage für den industriellen Aufschwung der Region seit dem Ende des 19. Jahrhunderts und machte sie zu einer der entwickeltsten Provinzen Spaniens. Die Häuser und Läden der wohlhabenden bürgerlichen Oberschicht dieser Zeit (zum Beispiel im rechten Abschnitt der Gran Vía) zeugen noch heute davon.

Nach wie vor sind hier viele Arbeitsplätze direkt oder indirekt mit der Eisenindustrie verbunden, aber auch Bilbao ist um Krisen und Strukturwandel nicht herum gekommen. Bilbao ist es allerdings gelungen, diesen Wandel sehr positiv für sich zu nutzen. Aus einer einst weitgehend reizlosen Industrie- und Hafenstadt wurde eine Stadt, die mit außergewöhnlicher Architektur von sich reden macht. Trotz anfänglich großer Skepsis in der Bevölkerung entstand in den 1990er Jahren auf einem ehemaligen Hafengelände das heute weltbekannte Guggenheim-Museum aus Titan und Glas des Stararchitekten Frank Gehry, das jährlich eine Million Kunst- und Architekturinteressierte nach Bilbao zieht. Zusammen mit anderen Projekten wie den neuen Metro-Bahnhöfen von Norman Foster oder der Zubizuri-Brücke von Santiago Calatrava hat das Guggenheim-Museum zu einer Aufwertung Bilbaos geführt, was wiederum die Dynamik, Kreativität und Atmosphäre insgesamt in der Stadt nachhaltig beeinflusst hat. (International wird eine solche Entwicklung inzwischen sogar als ›Guggenheim-Effekt‹ bezeichnet.)

Bilbao hat auch eine aktive Schwulen- und Lesben-Szene aufzuweisen. Die Möglichkeiten zum Ausgehen sind zwar überschaubar, aber vor allem an den Wochenenden sind die Läden gut besucht, wenn Bilbao zum schwulen Zentrum für den ganzen Nordwesten von Spanien wird.

Die meisten Gay-Bars, Clubs und Cáfes befinden sich im sogenannten San-Francisco-Viertel (oberhalb der Calle de San Francisco) und gegenüber in der Altstadt von Bilbao.

Wie in Spanien sehr verbreitet, halten sich die meisten nicht lange in ein und derselben Bar auf, sondern ziehen nach 1-2 Stunden weiter zur nächsten. Eine Samstagnacht könnte zum Beispiel in einem Restaurant oder in einer der vielen Pintxos-Bars (spanischen Tapas-Bars ähnlich) in der Altstadt beginnen, dann geht es in eine Bar und später noch zum Tanzen in einen Club.