Wien Gay Guide & Map 2021

Events & Termine in Wien

|  21. – 31. Oktober 2021
Viennale 2021: jährliches internationales Filmfestival in der Wiener Innenstadt.
|  1. November 2021
XY Party: offizielle Afterhour-Party von Männer im Rotlicht – Halloween Special in der Kaiserbründl Sauna. Mit DJ-Sets von Milian Mayr und DJ Mart.i.
Eintritt: 15 €
04:00 – 12:00 @ Kaiserbründl Sauna (Weihburggasse 18-20)
|  29. Januar 2022
Wiener Regenbogenball 2022: klassischer Wiener Ball für Schwule und Lesben.
Nur in festlicher Abendgarderobe.
Tickets: ab 45 €
Ab 18:30/21:00 @ Parkhotel Schönbrunn (Hietzinger Hauptstr. 10-14)
|  8. Mai 2022
Werq The World 2022: die Stars aus RuPaul's Drag Race mit ihrer neuen Show auf Tour in Wien.
@ Gasometer (Bank Austria Halle, Guglgasse 8)
|  22. Oktober 2022
Vienna Dance Contest 2022: internationales Tanzturnier für gleichgeschlechtliche Paare. Die Kategorien sind Standard, Latein, Wiener Walzer und Cha Cha Fun Competition.

Queer durch Wien

Im öffentlichen Leben Wiens spielen Schwule schon seit Jahrhunderten eine prominente Rolle. Der vielleicht berühmteste Schwule in der österreichischen Geschichte war Prinz Eugen von Savoyen (1663–1736), der mit seinem Heer Wien von der türkischen Belagerung befreite und die Osmanen bis auf den Balkan zurückdrängte. Doch nicht nur auf dem Schlachtfeld war Prinz Eugen ausschließlich von Männern umgeben, auch privat pflegte er intimen Umgang mit dem eigenen Geschlecht, was bereits zu seinen Lebzeiten bekannt war. Trotzdem konnte er seine Karriere und seine Machtstellung unter drei verschiedenen Kaisern ausbauen. Auch heute noch sind seine Spuren in Wien allgegenwärtig, zum Beispiel sein berühmtes Sommerpalais, das barocke Schloss Belvedere.

Dem letzten Kaiser, unter dem Prinz Eugen diente, Karl dem VI., wird eine intime Beziehung zu Graf Michael Johann III. Althan nachgesagt, den der verschlossene und verschrobene Monarch als einen der wenigen bei Hofe an sich heranließ. Als Althan 1722 starb, erinnerte sich der trauernde Kaiser daran, dass er ihn ›19 Jahr inniglich gelibt in wahrer Freundschaft‹. Unter Karls Regentschaft blühte Wien auf, die Karlskirche wurde errichtet, Schloss Schönbrunn und die Hofburg wurden ausgebaut und zahlreiche barocke Prunkbauten entstanden.

Kopfschmerzen bereiteten Kaiser Franz Josef nicht nur Regierungsgeschäfte, sondern sicher auch sein schwuler jüngerer Bruder, Erzherzog Ludwig Viktor (1842–1919), von seinen Freunden liebevoll ›Luziwuzi‹ genannt. Luziwuzi war bei Hofe für seine spitze Zunge und seine Fummel allgemein bekannt. Bei einem seiner regelmäßigen Besuche im ›Centralbad‹ (der heutigen Kaiserbründl-Sauna) sorgte er für einen handfesten Skandal, als er von einem Offizier, dem er sich anzüglich genähert hatte, geohrfeigt wurde.

Zu Wiens schwulen Prominenten gehören auch die Architekten des Opernhauses, Eduard van der Nüll (1812–1868) und August Sicard von Sicardsburg (1813–1868). Auch die mit Wien so eng verwobene Musik ist nicht frei von Queerschlägern. Der Komponist Franz Schubert (1797–1828) war dafür bekannt, Frauenkontakte eher zu scheuen. Dafür lebte er über zwei Jahre mit seinem als schwul bekannten Textdichter Johann Baptist Mayrhofer zusammen. Die Zuneigung der beiden schlug sich in mehreren Liedtexten Mayrhofers für Schuberts Kompositionen nieder sowie in einer leider nur Fragment gebliebenen Oper mit dem Titel ›Adrast‹.

Der Mittelpunkt der heutigen schwulen Szene und die meisten ihrer Bars befinden sich entlang der Linken und Rechten Wienzeile.

Zu den jährlichen Höhepunkten und queeren Events in Wien gehören der Regenbogenball im Winter, Vienna Pride mit der Regenbogenparade im Juni und das Ledertreffen Wien in Schwarz im Oktober.

(Dieser Text basiert auf einem Artikel von Robert Kastl.
Die Rechte liegen beim Wiener Tourismusverband.)